Ein Beweis dafür, dass die Einzelsportler in der Leichtathletik auch als Team auftreten können, liefert Jahr für Jahr die Schweizerische Vereinsmeisterschaft (SVM). An diesem Wettkampf messen sich Teams aus der ganzen Schweiz in zehn verschiedenen Disziplinen und kämpfen dabei um Rangpunkte. Der LK Zug war in der Promotionsliga A mit einem Frauen- sowie einem Männerteam am Start. Die Ausbeute mit einem vierten Rang bei den Männern und einem fünften Rang bei den Frauen scheint auf den ersten Blick ein wenig mager auszufallen. Betrachtet man jedoch sämtliche Umstände so darf man durchaus mit den erzielten Resultaten zufrieden sein.

 

lkzlogoDas Frauenteam musste auf die arrivierten und formstarken Sprinterinnen Silke Lemmens und Géraldine Frey sowie die technisch starke Allrounderin Aylin Kücük und Werferin Sabrina Sidler verzichten. Allesamt Absenzen, welche wohl ein besseres Abschneiden verunmöglichten. Die schwerwiegenden Absenzen hielten das Team jedoch nicht zurück sich voll ins Zeug zu legen. Es liegt auf der Hand, dass bei derart vielen prominenten Absenzen improvisiert werden musste. So lief beispielweise die 4x100m Staffel zum ersten Mal in der Besetzung Ronja-Elina-Deborah-Johanna. Die Wechselübergaben wurden teilweise erst 20 Minuten vor dem Start das erste Mal eingeübt. Erfreulicherweise resultierte für das LKZ 1 trotzdem 12 von 20 möglichen Punkten. Interessanterweise konnten die LKZ-Frauen am meisten Punkte in den Sprung-Disziplinen verbuchen. Im Dreisprung wurde dann auch das beste Resultat erzielt. Mit ein bis zwei Trainings als Vorbereitung verbuchten Elina Magaldi und Viviane Gloor starke 31 Punkte. Ebenfalls fleissige Punktesammlerinnen waren Johanna Kannewischer (800m und 100m Hürden) und Ronja Wengi (Weit und Hoch). Johanna zeigte einen starken Auftritt über die beiden Bahnrunden (13 Punkte; 2:23.68) und hatte danach noch genügend frische Beine um über 100m Hürden bis 4 Hundertstel an ihre PB zu laufen und damit 18 Punkte ins Trockene zu bringe. Ronja Wengi konnte im Weitsprung mit der drittbesten Weite aller Startenden ebenfalls 18 Punkte verbuchen. Im Hochsprung erzielte sie eine neue persönliche Bestleistung, welche dem Team zusätzliche 14.5 Punkte bescherte.

 

Das Team der Männer konnte eigentlich aus dem Vollen schöpfen und hatte keine grösseren Absenzen zu beklagen. Im Verlaufe des Wettkampfes mehrten sich jedoch die Beschwerden der Athleten. Das am weitesten verbreitete Symptom war ein Zucken im Hamstring. Mit Christopher Williamson, Fabio Müller und Florin Ayer fühlten sich gleich drei Athleten nicht bereit maximal schnelle Bewegungen auszuführen. Dass sich trotzdem all zu einem Start durchrangen zeigt eindrücklich, dass das Wohl des Teams an oberster Stelle stand. Christopher Williamson verzichtete auf einen Start in der Staffel und über 100m und „rollte“ dafür möglichst schonend über die ganze Bahnrunde. Dies gelang ihm mit einer Endzeit von 51.96s ganz ordentlich. Der formstarke Fabio Müller schonte seinen Oberschenkel indem er den Weitsprung mit dem schwächeren Sprungbein absolvierte und beim abschliessenden 100m-Sprint auf das Bremspedal stand. Florin Ayer wechselte die Distanz von 800m auf 3000m und lieferte sich dort einen tollen Fight mit Teamkollege Stefan Binggeli. Ebenfalls von Schmerzen beeinträchtigt war Mehrkämpfer Timon Fellman, welcher im Speerwurf nach zwei Versuchen abbrechen musste, da der Rücken ihn zu fest blockierte. Für die Highlights des Tages sorgten die Gebrüder Furer. Tobias holte erwartungsgemäss die Maximalpunktzahl über 110m Hürden und stellte kurz danach mit einem Satz auf 6.78m eine neue persönliche Bestleistung im Weitsprung auf. Die verrückteste Geschichte des Tages schrieb jedoch sein Bruder Pascal Furer, welcher nach 12-jähriger Absenz (!) auf der Leichtathletikbahn, im Alter von 28 Jahren sein Comeback feierte. Über 100m startete er in der allerletzten Serie des Tages und wurde in sensationellen 11.33s gestoppt, was dem Team wertvolle neun Punkte einbrachte.

 

Nach dem Wettkampf liessen die Athleten und Betreuer den Tag bei einem Abendessen in der Platzmühle ausklingen und schmiedeten dabei bereits die Pläne für die nächste SVM.

Rangliste